Work-Life-Balance

Work-Life Balance ist ein Zustand, den sich viele wünschen. Bei google finden sich 1,6 Milliarden Treffer. Dieser Traum von einer Balance zwischen Arbeit und Leben. Wer hat ihn nicht? Irgendwie streben wir doch alle danach. Dahinter steckt der Wunsch nach Lebenszufriedenheit. Kriegst du Arbeit und Leben in Balance, so verspricht es diese Idee, ist alles ok. Aber wenn ich in meiner Arbeit oder bei meinen Freunden danach frage, stelle ich folgendes fest: die wenigsten behaupten wirklich, ihre Work-Life Balance sei gut. Und die meisten fügen noch so etwas hinzu wie „muss mal wieder mehr für meine Freizeit tun“. Oder „arbeite grad ein bißchen viel…“ Häufig kommt dann auch noch ein schlechtes Gewissen auf, weil „nicht genug“ für die Work-Life-Balance getan wird.

Woran liegt das?

Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der es sehr wichtig war zu betonen, dass Arbeitnehmer auch noch ein Leben neben der Arbeit haben. Es war wichtig, dafür Aufmerksamkeit bei Unternehmen zu schaffen. Und eins vorweg: das ist es immer noch! Es ist immens wichtig, dass unsere Unternehmen weitere Schritte gehen, damit Arbeitnehmer sich wohl fühlen. Dass sie als Menschen anerkannt werden. Dass sie als ganze Personen gesehen werden, die eben auch noch mehr im Leben haben, als Arbeit. Dass Bedingungen geschaffen werden, die flexibles Arbeiten ermöglichen. Es gibt tolle Bespiele von Unternehmen (und ganzen Gesellschaften), die solche Kulturen erschaffen haben. Und wir sollen nicht aufhören, uns dafür einzusetzen.

 

Aber: wenn du nach Work-Life-Balance strebst, um zufriedener zu sein, tust du dir keinen Gefallen. Und damit meine ich nicht, dass du nicht nach Balance streben sollst. Aber nicht nach Work-Life Balance. Der Begriff ist nicht sinnvoll, wenn es um deine eigene Lebenszufriedenheit geht. Also um dein Streben danach, ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben zu führen. Wieso? Lass uns mal genauer anschauen, was passiert, wenn du nach Work-Life-Balance strebst.

Dein Leben wird gefüllt statt erfüllt

Das Problem ist, wenn du die Work-Life-Balance als Maßstab nimmst, hast du kein echtes Kriterium, was du ansetzten kannst. Du versucht etwas zu erreichen, was nicht erreichbar ist. Was legst du denn auf die Balance-Waage, wenn du an Work-Life-Balance denkst? Nach welchen Kriterien vergleichst du? Zeit? Das schneidet das Leben meistens schlecht ab. Grad der Erfüllung? Macht irgendwie keinen Sinn. Geld? Auch nicht. So kannst du immer weiter machen. Die beiden Lebensbereiche lassen sich einfach schlecht auf eine Waage packen. Und was passiert dann meistens, wenn du es doch tust?

Du versuchst alles in einen Tag zu pressen – also in die „Non-Work“ Zeit. Immer mit dem Ziel der Balance.Die To-Do Listen im privaten Bereich werden prall gefüllt. Da landen selbst Begriffe wie „Erholung“ und die damit assoziierten Tätigkeiten auf der Liste. Und wenn das nicht klappt, werden Zeitmanagement Strategien angewendet, um mehr aus dem Tag raus zu holen. Oder es wird weniger geschlafen. Klappt das auch nicht, fühlst du dich schlecht, weil du es scheinbar mit der Balance nicht schaffst. Kurz gesagt: der Tag ist dann gefüllt, aber du nicht erfüllt. Du befindest dich dann ganz schnell auf der Ebene des Zeitmanagements, um alltägliche Anforderungen, auch private zu erfüllen. Du tust und machst. Und verlierst schnell das Große und Ganze aus dem Blick.

Kommt dir bekannt vor? Damit bist du nicht alleine. „Freizeitstress“ ist allgegenwärtig. Und schon wird Work-Life-Balance zum Stress. Das Leben fühlt sich dann gefüllt, aber selten wirklich erfüllt an. Das hat vorprogrammierte Folgen und du erreichst genau das Gegenteil von dem, was du eigentlich möchtest: ein zufriedenes Leben.

Sind Arbeit und Leben wirklich getrennte Bereiche?

Der Begriff „Work-Life-Balance“ suggeriert, dass Arbeit und Leben getrennte Bereiche sind. Aber stimmt das wirklich? Arbeit ist doch auch Leben, oder? „Ich arbeite, um zu leben.“ Wer hat diesen Ansatz noch? Die meisten möchten mehr von der Arbeit als „nur“ Bezahlung. In meinen Coachings fallen da Begriffe wie „Sinn, Verantwortung tragen, etwas bewirken, Anerkennung erhalten, sich einbringen können, Dinge gestalten, sich weiterentwickeln, …, ja sogar: Selbstverwirklichung.“ Arbeit ist ein Teil vom Leben – sogar ein sehr wichtiger Lebensbereich. Er lässt sich nicht „vom Leben abtrennen“.

Wer trägt die Verantwortung, wenn es um Work-Life Balance geht?

Work-Life-Balance ist meines Erachtens nach ein Begriff, der vor allem Unternehmen in die Pflicht nehmen soll. Es geht im Kern um Themen wie flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Kinderbetreuung bei der Arbeit, Handlungsspielraum bei der Arbeitszeiteinteilung, Arbeitnehmerfreundliche Unternehmenskultur, etc. (all die Themen, mit denen sich die New-Work Bewegung und Arbeitswelt 4.0 beschäftigen). Und das sind sehr wichtige Themen. Aber auch wieder nur ein kleiner Teil des Ganzen. Wenn unter Work-Life-Balance vor allem dieser Teil verstanden wird, gibt man die Verantwortung auf Unternehmen und Umstände ab. Diese Dinge sind wichtige Voraussetzungen, damit du ein zufriedenes Arbeitsleben hast. Sie können aber die Frage danach, wie Lebenszufriedenheit für dich aussehen kann, nicht wirklich beantworten.

 

Deine Alternative - die Life-Balance

Wie du sehen kannst, ist es auf der Suche nach Lebenszufriedenheit wenig hilfreich und unter Umständen sogar zusätzlich stressig, nach Work-Life-Balance Ausschau zu halten. Der Begriff leitet fehl und greift an vielen Stellen zu kurz.

Als Alternative zur Work-Life-Balance arbeite ich in meinen Coachings und Trainings mit den Modell der Life-Balance. Und nein, das ist keine Spielerei mit Wörtern. Das ist mehr. Das hat etwas mit dem Mindset zu tun, das dahinter steht. Wenn du auf deine Life-Balance guckst, stellst du dir automatisch andere Fragen: Zum Beispiel: Wie kriege ich mein Leben in Balance? Was ist meine Verantwortung? Was heißt Lebensqualität für mich? Was sind meine Lebensziele? Was sind meine Grenzen?

Im Modell der Life-Balance betrachtest du alle deine Lebensbereiche! Für jeden findest du leitende Werte und Ziele.

In vier voneinander abhängigen Schritten, findest du Klarheit in den Lebensbereichen, beleuchtest familiäre Abhängigkeiten, schaffst Prioritäten und Zeitperspektiven, und arbeitest an der Umsetzung.

Lebensbalance

Dieses zu erarbeiten, erfordert Reflexion, Zeit und Austausch. Aber dieser Prozess lohnt sich.

Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass er Klarheit schafft. Was dir wichtig ist, was sich gut anfühlt. Er ist umfassender. Er macht dich als Person aktiv. Bei Life-Balance geht es im Kern darum, dass du dir das Leben aufbaust und lebst, dass du leben möchtest und dich zufrieden macht.

To Do own today

Willst du mehr zur Umsetzung erfahren?

Willst du mehr über die Lebensbereiche erfahren? Mehr darüber, wie genau du das Modell der Life-Balance für dich anwenden kannst? Wie die vier Schritte im Detail aussehen? Melde dich unbedingt für das Rock&Raise Festival von Mamameeting an! Neben vielen tollen anderen Frauen bin ich als Speakerin dabei – mit dem Thema „Work-Life-Balance: Mythos oder machbar“. Da nehmen wir das Thema „Life-Balance“ ordentlich auseinander! 😉 Schnell anmelden und Tickets sichern!

Dein Transfer

  • Wie macht sich „Freizeitstress“ bei dir bemerkbar?
  • Was würdest du gerne ändern, für mehr Balance im Leben?
  • Welche deiner Lebensbereiche sind momentan wie erfüllt?
  • Anmelden zum Rock&Raise Festival

Foto-Credits: Photo by STIL on Unsplash, Photo by Emma Matthews Digital Content Production on Unsplash

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