Ehrlich gesagt, ich liebe die Weihnachtszeit. Ich denke da an Lichterschmuck, Weihnachtsdeko, Freude bereiten, basteln, Tee auf dem Sofa, Glühwein in der Kälte, Freunde treffen, bei der Familie sein, schöner Trubel, Plätzchenduft. Ach ja, das Leuchten der Kinderaugen. Schön.

Und trotzdem: Besinnliche Weihnachten? Die meisten verbinden mit der Weihnachtszeit auch Hektik und Stress. Geht es dir auch so?

Letztes Jahr zwischen den Jahren sagte eine Bekannte: „Dieser ganze Wahnsinn. Nur Stress. Dann die ganze Anspannung an den Weihnachtstagen. Jeder will irgendwas. Nicht mehr mit mir. Nächstes Jahr bin ich weg.“

Gut, ganz so extrem ist es nicht bei jedem. Aber die meisten erleben in der Weihnachtszeit in irgendeiner Form auch: Unruhe, Hektik, Anspannung, Stress, Eile, Streit, kaum Zeit, Geschenken hinterherjagen, Erwartungen erfüllen, …

Ich war erstaunt, als ich zur Vorbereitung dieses Artikels „Stress zu Weihnachten“ googelte. Über 9 Millionen Treffer.

Weihnachtsstress

Wieso sind in der Weihnachtszeit so viele gestresst?

Mit einem Blick auf die aktuelle Stressforschung ist die Frage recht leicht zu beantworten. Ich möchte dir dies gern an einem praktisch wunderbar anwendbaren Stressmodell (von Gert Kaluza) erklären.

Es gibt äußere Gegebenheiten, die auf die Person mit ihren Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen trifft, woraufhin eine Reaktion bei der Person entsteht. Ob diese Reaktion eine Stressreaktion auslöst und vor allem in welcher Stärke, hängt zum einem von der Art der Gegebenheit ab – wird es von der Person als Stressor erlebt – und zum anderen von der Person und ihren Eigenschaften in Hinblick auf den Stressor ab.

Also: Äußere Stressoren („Ich gerate in Stress, wenn …) interagieren mit persönlichen Motiven, Eigenschaften und Einstellungen. Diese werden persönliche Stressverstärker genannt („Ich setzte mich selbst unter Stress, wenn …), die dann zu Stressreaktionen führen können.

Wenn wir das jetzt auf Weihnachten mit allgemeinen Beispielen übertragen:

Es gibt viel mehr Stressoren als im restlichen Jahr. Zum Beispiel knappere Zeit: in den normal schon vollen Terminkalender werden noch Weihnachtsfeiern gepackt, Geschenke besorgt, Plätzchen gebacken. Bei vielen ist auch am Ende des Jahres bei der Arbeit noch viel zu tun. Es ist also weniger Zeit verfügbar, wir planen aber mehr hinein. Und wollen dabei noch entspannt sein. Irgendwie widersprüchlich, oder? Apropos hineinplanen: Weihnachtskarten werden geschrieben, Adventskalender gebastelt, Deko gestaltet, Freunde auf dem Weihnachtsmarkt getroffen, …

 

Ein weiterer Stressor können zum Beispiel soziale Konflikte sein. In der Weihnachtszeit und vor allem über die Feiertage sind verbringen viele mehr Zeit mit ihren Großfamilien. Was schön ist, aber häufig auch viele Erwartungen mitbringt. Und Konflikte zu Tage fördert. Ein sehr starker Stressor.

 

Ach ja Erwartungen. Da sind wir beim nächsten Thema: persönliche Stressverstärker. In der Weihnachtszeit werden so viele Erwartungen an sich selber und an andere gestellt wie sonst in keiner anderen Zeit. Man möchte es irgendwie allen recht machen. Die Geschenke sollen ganz besonders sein. Alle Freunde sollen noch getroffen werden. Die Weihnachtskarten selbst gestaltet. Die Deko besonders schön. Das Weihnachtsmenü mit mehreren Gängen und selbst gemacht. Und so weiter. Ganz eng verknüpft mit Erwartungen kommt häufig ein weiterer Stressverstärker hinzu: es soll möglichst alles perfekt sein. Alle sollen sich freuen, es soll harmonisch sein. Und besonders.

Zusammen führen die Stressoren und persönlichen Stressverstärker dann zu Stressreaktionen. Du fühlst dich gehetzt. Bist unruhig und angespannt. Vielleicht dünnhäutiger als sonst. Schläfst schlechter. Hast Kopfschmerzen oder Verspannungen. Ein weiterer Aspekt verstärkt nun noch die Schwierigkeiten mit den Stressreaktionen. Du hast in der Weihnachtszeit einfach weniger Zeit, einen Ausgleich zu den Stressreaktionen zu finden. Es ist ja weniger Zeit da, wie wir schon gesehen haben. Da nehmen sich die meisten dann auch nicht die Zeit für ihren Sport oder Ruhepausen.

Weihnachtsstress Grafik

Was tun gegen Weihnachtsstress? Wie kannst du entspannter durch die Weihnachtszeit kommen?

Lass uns gemeinsam schauen, wie du dieses Jahr mit weniger Stress und mehr Gelassenheit die Weihnachtszeit erleben kannst. 

Ich werde dich die nächsten 6 Wochen Stück für Stück begleiten, um mit dir alle Aspekte des Themas zu beleuchten. 

Du wirst 

  • herausfinden, was für dich persönlich die Hauptstressoren sind und wie du durch z.B. Denkmuster den Stress verstärkst
  • Anregungen und Ideen bekommen, was du tun kannst, um weniger Stress zu erleben und gelassener zu sein.
  • Dich vorbereiten, um mit den Belastungen besser umgehen zu können
  • In einem „Special“ dich konkret auf die Weihnachtsfeiertage vorbereiten

Dein Transfer

  • Welche Gedanken und Gefühle hast du im Zusammenhang mit Weihnachten?
  • Wie gestresst warst du letztes Jahr? 
  • Was fällt dir spontan ein, was du in der Weihnachtszeit  für deine Entspannung tun kannst?
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