Mich haben zwei Gespräche mit Freundinnen die Tage nachdenklich gemacht. Die eine war grad im Urlaub – mit kleinem Kind. Sie sagte so etwas wie „Na ja, so richtig erholsam war das nicht. Mit Kind kann man halt nicht mehr den ganzen Tag rum liegen und Bücher lesen. Und zwischendurch habe ich immer wieder gearbeitet.“ Die andere Freundin meinte „Ich bin einfach nur kaputt.“ Sie spürt die Auswirkungen der letzten Monate und die Mehrfachbelastungen im Alltag (Arbeit, 2 kleine Kinder, …) deutlich.

Ich selber merke gerade wieder die Auswirkungen von richtiger Erholung. So gut wie alles fühlt sich besser an. Ich bin besser gelaunt. Kann konzentrierter Arbeiten. Habe Freude, an dem, was ich tue. Habe mehr Geduld mit den Kindern. Fühle mich entspannt. Vergesse nicht mehr so viel ;-). Die Liste könnte ich noch weiterführen. Und das ist kein Hexenwerk – sondern, wie in der Forschung immer wieder beschrieben: die Folgen guter und richtiger Erholung. Ja, ich weiß, jetzt habe ich auch 2 Wochen lang den Reset-Button gedrückt. Das geht nicht immer. Aber man kann trotzdem sehr viel für die eigene Erholung tun.

Die 4 wichtigsten Punkte habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. Wenn du dich noch mal über die Folgen von Stress und Ideen zum Stressabbau informieren möchtest, schau in diesem Artikel . Da habe ich über das Thema „Erholung im Alltag geschrieben“.

richtig erholen

Gestalte deine Erholung!

Erholung ist nicht etwas, das einfach passiert. Es ist ein Prozess, den du aktiv beeinflussen kannst. Und das heißt: aktiv gestalten!!! Wenn du dich nach ausreichend Schlaf oder einem Wochenende auf der Couch immer noch ko fühlst, dann liegt die Vermutung nahe, dass es die „falsche“ Art der Erholung war. Eine weit verbreitete Annahme ist, dass Erholung durch passives Pausieren erfolgt. Und das stimmt meistens nicht. Du solltest deine Erholung in Abhängigkeit davon gestalten, welche Beanspruchung du vorher erlebt hast. Und das Positive daran ist: du hast es in der Hand.

Erholung wichtig, aber richtig!

Was heißt dann richtige Erholung? Dazu ist die Beantwortung folgender Fragen wichtig: Auf welche Art bin ich beansprucht? Und wie fühle ich mich gerade? Hier ein paar Beispiele:

Fühlst du dich innerlich unruhig und überreizt? Dann ist tatsächlich Ruhe das Richtige. Entspannungsübungen. Ein Spaziergang durch den Wald. Ein Bad.

Bist du schlecht gelaunt und frustriert? Vermutlich wirst du im Alltag einseitig beansprucht. Dann plane Freizeitaktivitäten, die als Ausgleich dienen. Hast du zum Beispiel sehr viel Kopftätigkeit und / oder viel Sitzen bei der Arbeit versuche es mit körperliche Bewegung. Arbeitest du viel konzeptionell und theoretisch, versuche Tätigkeiten, die dir gleich ein Ergebnis liefern.

Bist du ausgelaugt und erschöpft? Gönne deinem Körper tatsächlich Ruhe. Leg dich auf die Couch, gönne dir guten und ausreichenden Schlaf, verwöhne dich mit etwas, was dir guttut.

 

Fühlst du dich gelangweilt und unterfordert? Dann suche in deiner Freizeit nach Herausforderungen und sinnvollen Tätigkeiten.

Plane deine Erholung ein!

Stehst du auch vor folgender Schwierigkeit? Du hast verstanden, dass Erholung nicht einfach so passiert. Aber irgendwie ist am Ende des Tages selten Zeit für deine Erholung übrig. Oder manchmal bist du einfach zu unmotiviert, dich nach einem langen Tag noch zu etwas aufzuraffen. Eine Situation, die viele kennen. Deswegen kommst du nicht drum herum: plane dir deine Erholungsphasen bewusst ein! Mach dir klar, welche Art der Erholung die richtige für dich ist. Und dann überlege dir, wann und wie du sie in deinen Alltag einbauen kannst. Wir kennen das doch alle: Termine, die wir uns fest gesetzt haben, halten wir auch viel wahrscheinlicher ein.

Das gilt übrigens auch für den Urlaub. Wenn du weißt, dass du etwas Ruhe und Zeit für Dich im Urlaub brauchst, besprich es mit dem Rest der Familie und plant es ein! Auch hier heißt es: Erholung passiert nicht von selbst.

Erteile dir selbst die Erlaubnis, dich zu erholen!

Hier geht es um das richtige Mindset. Ich erlebe eine Sache immer und immer wieder bei meinen Coaching-Kundinnen und im privaten Umfeld: viele Frauen bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich Zeit für sich nehmen. Und gerade nicht um die Kinder, den Haushalt, die Arbeit oder was auch immer kümmern. Das hat viel mit unserer Sozialisation zu tun. Wir lernen früh, dass man als Frau für andere da sein sollte. Dass es egoistisch ist, sich zu viel um sich zu kümmern. Und wir verinnerlichen entsprechende Glaubenssätze, die uns im Alltag leiten.

Tu dir den Gefallen und gebe dir die Erlaubnis „Etwas für dich zu tun!“ Und nicht erst dann, wenn alles andere erledigt ist. Erholung ist kein „nice to have“! Es ist notwendig für dich und deine Gesundheit.

Ich freue mich immer über Rückmeldungen wie „Wenn ich morgens meinen Sport für mich gemacht habe, bin ich viel ausgeglichener mit den Kindern.“ „Wenn ich mir Zeit für mich genommen habe, bin ich offener für andere.“ „Ich liebe meine Mini-Auszeiten am Tag mit Tee und Kaffee. Danach arbeite ich viel konzentrierter.“ Genau das zeigt, wie wichtig es ist, dir Zeit für dich zu nehmen und für Erholung zu sorgen.  Du fühlst dich besser, sorgst für deine Gesundheit und erhöhst langfristig deine Leistungsfähigkeit.

Dein Transfer

  • Wie viel Zeit nimmst du dir für deine Erholung?
  • Wie kannst du deine Erholung aktiv einplanen?
  • Welche Glaubenssätze begleiten dich, die es dir schwer machen, dir Zeit für dich zu nehmen?
  • Welcher neue Glaubenssatz kann dich stattdessen leiten?
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