Weihnachtsstress
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Das richtige Stressmanagement wählen

Der erste Schritt, um weniger Stress zu erleben und gelassener zu sein, ist immer zu erkennen, was einen überhaupt stresst. Davon hängt ab, was das geeignete Mittel ist, dem Stress zu begegnen. Wie beim Arzt. Erst mal muss man erkennen, was genau los ist, um zu wissen, was wirken kann. Und das ist beim Stressmanagement genauso.

Gutes Stressmanagement setzt immer auf 3 Ebenen an: den Stressoren, den persönlichen Stressverstärkern und den Stressreaktionen selbst.

Manchmal ist es leicht zu erkennen, was einen stresst, manchmal nicht so. In diesem Blogbeitrag werde ich dich unterstützen, das heraus zu finden. Am besten, Du beantwortest die Fragen in diesem Artikel schriftlich für dich. Das hat mehrere Vorteile. Es ist raus aus dem Kopf. Du kannst die nächsten Wochen daran weiterarbeiten. Und die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung und Änderung von Dingen steigt allein dadurch immens, dass sie schriftlich festgehalten werden.

Wie hat der Artikel letzter Woche nachgewirkt? Welche Gedanken sind dir zum Thema Stress an Weihnachten gekommen? Was hat die Unterscheid in Stressoren und persönliche Stressverstärker in dir ausgelöst?

Lass uns das Stressmodell nun auf deine Situation anwenden.


Weihnachtsstress Grafik

Stressmanagement 1: Deine Stressoren erkennen

Zuerst richten wir den Blick auf die äußeren Gegebenheiten, die bei dir Stress auslösen.

Welche äußeren Dinge stressen dich in der Adventszeit und über die Weihnachtstage? Vervollständige den Satz: Ich gerate in Stress, wenn …

Werde beim Beantworten der Fragen bitte so konkret wie möglich. Zum Beispiel: Zeitdruck wäre eine sehr allgemeine Antwort. Bitte führe genau auf, was bei dir zu Zeitdruck führt. Bei mir sieht das z.B. so aus: 4 Weihnachtsfeiern, Geschenke für Kinder und Mann, Geschenke für meine große Familie (5 Geschwister, Eltern, Großeltern, …), Zeit für Spaziergänge um die schön geschmückten Häuser in der Nachbarschaft zu genießen, Adventsbasteln mit den Kindern, Weihnachtskarten schreiben, Plätzchen backen, Adventskalender für die Kids selbst gestalten, berufliche Planung für das nächste Jahr abschießen, noch 6 Seminartage im Dezember, … Ein anderer Stressor könnte z.B. sozialer Art sein: die Großfamilie trifft sich an Weihnachten, wo es häufig zu Spannung kommt.

Stressmanagement 2: Deine persönlichen Stressverstärker erkennen

Jetzt wird es etwas anstrengender im Hinblick auf dein Stressmanagement. Über die eigenen, persönlichen Stressverstärker nachzudenken ist schwierig. Es erfordert Selbstreflektion und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber, zu erkennen, inwieweit du selber deinen Stress verstärkst. Ich finde diesen Teil ganz toll, denn er gibt dir auch die Möglichkeit, etwas zu ändern. Du hast es, was das angeht, zum großen Teil selbst in der Hand. Nicht immer einfach, aber machbar!

Vervollständige den Satz: Ich setzte mich selbst unter Stress, indem …

 Meine Erfahrung in den Coachings und Seminaren ist, dass einige sofort diese Fragen beantworten können. Andere brauchen etwas Anregung. Die würde ich dir in Folgenden gerne geben.

Persönliche Sollwerte, die stressverschärfend wirken

Jeder von uns hat Werte, Normen, persönliche Ziele, Glaubenssätze, die das eigene Erleben und Verhalten grundlegend prägen. Die meisten davon haben wir im Laufe unseres Lebens verinnerlicht. Viele von diesen sind uns nicht bewusst.

Beispielsweise kannst du den Leitsatz für dich haben: „Ich möchte gut mit meinen Mitmenschen auskommen!“ Ein Leitsatz, der dir wahrscheinlich erst einmal ein angenehmes Miteinander beschert. Wird dieser Leitsatz aber zur absoluten Forderung erhoben: Z.B. „Ich muss mit allen Leuten gut auskommen!“ oder „Ich kann keinen Konflikt mit jemanden haben!“, dann wirkt dieser Leitsatz stressverschärfend.

Folgende Stressverstärker sind für unsere Weihnachtsthematik besonders relevant:

Sei perfekt! Hier stecken Gedanken hinter wie: Welche Erwartungen hast du an dich? In welchem Ausmaß möchtest du die Anforderungen an Dich erfüllen? Was ist dein Maßstab?

Sei beliebt! Wem möchtest du es recht machen? Wie schwer fällt es dir, nein zu sagen? Wie schwer fällt es dir, eigene Ansprüche und Erwartungen zu formulieren?

Sei unabhängig! Wie viel von deiner Weinachts-To-Do-Liste möchtest du selbst erledigen? Wie viel gibt’s du ab an andere? Welche Aufgaben machst du selber, obwohl du sie teilen könntest? Lässt du dich bei den Vorbereitungen unterstützen?

Halte durch! Wie gut hörst du auf deinen Körper? Wie gut kennst du deine Grenzen? Überschreitest du diese, um den Anforderungen gerecht zu werden?

Die persönlichen Stressverstärker erkennen

  • Inwieweit verstärke ich meine Stressoren durch meine eigenen Erwartungen und Ansprüche?
  • Welche Glaubenssätze im Hinblick auf Weihnachten kann ich bei mir erkennen

Besonders gut erkennt man persönliche Stressverstärker an den Worten „ich soll / sollte“ oder „ich muss“.

Zwei Beispiele für dich, wie das aussehen kann:

Weihnachtskarten schreiben. Ist an sich ein Stressor, da es Zeit kostet, diese zu besorgen und zu schreiben (jedenfalls dann, wenn die Zeit knapp ist). Hast du jetzt zusätzlich den Anspruch, dass es selbst gebastelte Weihnachtskarten sind, weil das einfach viel persönlicher ist, verstärkst du den Stressor ziemlich eindeutig noch.

Gestaltung der Weihnachtstage. In vielen Familien ist es ein großer Stressor, wie und mit wem gefeiert wird. Wer, wann gesehen wird, welche Traditionen verfolgt werden, etc. Wenn Du nun jeder Person gerecht werden willst, stellst Ansprüche an dich, die schwer zu realisieren sind. Zudem wirst du wahrscheinlich deine eigenen Vorstellungen hintenanstellen. Das beides wirkt stressverstärkend.

Dein Transfer

  • Beantworte die Fragen im Text
  • Ist dir etwas aufgefallen, dass du gleich ändern kannst? Vielleicht etwas, was du gleich von deiner To-Do-Liste streichen kannst? Oder ein Glaubenssatz, den du nicht länger dich leiten lassen möchtest? Oder eine Aufgabe, mit der du gleich anfangen kannst? Prima! Dann fange gleich an! Streiche, lasse andere Gedanken und Leitsätze rein, …
  • Starte mit der Umsetzung, wo es möglich ist!
  • Was verändert sich durch dieses grundsätzliche Wissen über Stress in deiner Alltagswahrnehmung von Stressoren und Stressverstärkern

Ansonsten geht es nächste Woche damit weiter, welche Strategien du für dich entwickeln kannst, den Stressoren und Stressverstärken zu begegnen.

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