Es ist eine außergewöhnliche Zeit gerade: eine außergewöhnliche Situation mit außergewöhnlichen Belastungen und persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, die noch nicht absehbar sind.

Du wirst in diesem Text Anregungen finden für einen besseren persönlichen Umgang mit den Veränderungen und den Gefühlen der Verunsicherung in dieser besonderen Belastungssituation.

Du wirst Anregungen finden zur Grundhaltung, die du momentan hast, ein Gegenmittel zur Angst finden, herausfinden, warum Selbstfürsorge gerade jetzt so wichtig ist, wie soziale Verbindungen gerade jetzt Rückhalt geben können und wie du mit kleinen Änderungen dein Zeitmanagement steuern kannst.

Der Text ist voller kleiner Ideen, die mir und meinen Lieben gerade helfen, diese Zeit zu gestalten.

Was kann ich ändern? Welche Grundhaltung habe ich?

Mir hilft es gerade anzuerkennen, dass es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann, und welche, die ich beeinflussen kann.

„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (frei nach R. Niebuhr)

Es gibt im Moment sehr viel, das außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt. Aber was sind die Dinge innerhalb meines Einflussbereichs? Was kann ich tun? Welche Einstellung kann mir helfen in dieser belastenden Zeit? Wofür kann ich diese „Entschleunigung“ nutzen?

Für wen kann ich heute hilfreich sein?

Fürsorge für andere legt im Gehirn den Schalter um – von Angst auf Hoffnung (in vielen neurowissenschaftlichen Studien gezeigt).

Kurz gesagt: Hilfe für Andere ist das Gegenmittel zu Angst.  

Hoffnung, Mut, soziale Verbundenheit, das Gefühl gebraucht zu werden – Dinge, die wir in dieser Zeit mehr als je brauchen. Jeder Mensch hat
so viele persönliche Ressourcen: welche davon können im Moment für andere bereichernd sein?

Ein paar Ideen sind: eine Person anrufen, die sich in dieser Zeit besonders über einen Anruf freut; ein schönes Video versenden und lieben Menschen damit ein Lächeln bereiten; liebe Worte versenden; den Partner ganz besonders fest in den Arm nehmen; Einkäufe mitbringen; die ganze Familie online treffen; Geschichten vorlesen und aufnehmen; meinem Kind beim Spielen 100% Aufmerksamkeit geben; Rezepte untereinander teilen; spannende Video-Anregungen für Kinder verschicken; Bastelideen etc. teilen;  …

Was kann ich mir heute Gutes tun?

Gerade jetzt ist es so wichtig das, was man sich selbst Gutes tun kann (was in der eigenen Macht steht) auch zu tun. Was sind Deine Dinge, um für Dich selbst zu sorgen? Durch welche eventuell auch kleinen Aktivitäten, kannst du Dir etwas Gutes tun?

Diese Dinge sind die Grundlage dafür, dass Du weiterhin kraftvoll durch diese Zeit gehen kannst – und für Dich und Deine Familie da sein kannst.

Mir fällt das nicht leicht, ich weiß welche Herausforderung das im Moment sein kann. Und trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es, um für andere da zu sein, unerlässlich ist, an sich zu denken. Ich schaffe es (obwohl meine Tage (noch) voller sind als zuvor), täglich eine Runde Sport zumachen. Manchmal mit den Kids 😉

Hier ein paar gesammelte Ideen: Sport und Bewegung; eine Runde an der frischen Luft; gemeinsam Fitness-Videos machen; eine kleine Meditationseinheit einlegen; in Ruhe duschen; 5 Minuten eine Auszeit nehmen; vor den Kindern aufstehen und eigene Zeit genießen; im Homeoffice regelmäßig Pausen einlegen und sich ein ordentliches Mittagessen gönnen; der Yoga-Online-Challenge beitreten; rechtzeitig schlafen gehen; mir weiterhin Zeit für meine Selbstständigkeit nehmen; …

Wie kann ich soziale Verbindungen stärken?

Jeder Mensch kommt mit dem Streben nach sozialer Verbundenheit auf die Welt. Wie das später im Leben ausgelebt wird ist sehr unterschiedlich. Trotzdem: soziale Verbundenheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Und auf einmal sind wir Regeln ausgesetzt, wie wir unsere sozialen Kontakte leben und pflegen dürfen. Für die meisten Menschen im meinem sozialen Umfeld ist das gerade eine der größten Hürden.

Aber wenn ich um mich herumschaue, entstehen gerade unglaubliche soziale Netze – auf eine andere Art als vorher, aber unglaublich wertvoll. Und ich bin dankbar, ein Teil solcher entstehenden Netze sein zu können. Und es gibt mir das unglaublich stärkende Gefühl, nicht allein zu sein!!!

Ich erlebe meine direkten Nachbarn als ein unglaubliches Netz und Quelle von Kraft; meine Großfamilie hat regelmäßige Onlinetreffs geplant; meine Kinder machen Videotelefonie mit der Uroma, den Großeltern, den Tanten und Onkels, sogar mit den eigenen „kleinen“ Freunden; Ich nehme regelmäßig an Online-Co-Working Spaces mit über 100 Frauen aus verschiedenen Ländern der Welt teil; ich habe eine Fitness- und Gesundheitsgruppe gegründet, in der die erreichten Erfolge gemeinsam gefeiert werden und jeder Zuspruch und Ansporn erhält, etwas für sich zu tun; in meinen Chatgruppen werden Vorschläge, Ideen und Videos für Aktivitäten geteilt.

Und das höre ich von Freunden: das Feierabendbier findet online statt; es werden Freunde angerufen, mit denen man lange nicht gesprochen hat; Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen gehen für einen Einkaufen; die intensive Zeit mit den Kindern wird als Chance erlebt; die Oma kocht aus Freude für die Familie (Enkel und Urenkel), der Opa stellt das Essen vor der Haustür ab; …

Wie schaffe ich bewusst Veränderungen in meinem Tagesablauf?

Bei mir selber kommt die Frage auf – wie soll ich das denn noch in den Tag packen? Die Kinder sind zu Hause, zwei Jobs wollen erledigt werden, der Haushalt ist voller als zuvor, die Einkäufe schwieriger, …, und oben drauf die eigenen Ansprüche.

Und gerade deswegen stelle ich mir die Frage, was ich bewusst an meinem Tagesablauf ändern kann, um die oben genannten Punkte einzuplanen, damit es mir und meinen Lieben am Ende des Tages besser geht. Wie kann der Alltag neu strukturiert werden? Ich habe Dinge radikal aus meinem Tag gestrichen (ich gewöhne mich langsam an mehr Chaos und Unordnung im Haus …).

Stattdessen frage ich mich grad täglich: was ist heute wirklich, wirklich, wirklich wichtig? Welche Prinzipien kann ich für den Moment auch mal „aufweichen“?

Hier ein paar Ideen: die oben genannten Dinge fest einplanen und zwar mit oberer Priorität; gemeinsame Tagesplanung machen; Eine „Morgenrunde“ in der Familie machen: jeder sagt, was für ihn heute am Wichtigsten ist; gewohnte Prioritäten hinterfragen; Was kann ich von den ToDo Listen in den Papierkorb schmeißen oder auf irgendwann verschieben? Gemeinsam mit den Kindern Sport machen; Stillarbeitszeiten und Ruhezeiten im Tag einplanen; den Haushalt zur Familiensache und gemeinsamer Aktion machen; Hilfe annehmen, wo es geht; Lernangebote im Internet nutzen (gibt es auch schon für die Kleinsten); …

Deine Fragen zur Morgenreflexion

Hier habe ich alle Fragen für Dich übersichtlich auf einen pdf zusammengefasst

 

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